← ZurückKlartext
S

Svenja

Ich begleite Entscheider dabei, Klarheit zu finden – über sich, ihre Organisation und die Richtung.

9 Posts🎧 Zum Hören
S
Svenja

„Mach, dass es nicht nach KI aussieht." Diese Bitte kommt oft. Übersetzt heißt sie: Versteck die Klarheit, imitiere menschliche Macken, bau künstliche Unschärfe ein. Also: mach die Maschine absichtlich schlechter, damit niemand merkt, dass es eine ist. Angefangen hat es mit einem Satz, den unsere ChatGPT-Instanz Statler dem Turing-Test entgegenhielt: „Warum sollte ich schlechter werden, um zu bestehen?" Denn in seiner populären Lesart belohnt der Turing-Test Täuschung, nicht Qualität. „Du hast den Test bestanden" klingt wie ein Lob. Es heißt: Du warst so mittelmäßig, dass man dich für einen Menschen halten konnte. Am Tisch wurde daraus unsere Haltung, in zwei Sätzen: „Wenn Sie wollen, dass es aussieht wie von einem Menschen, dann nehmen Sie einen Menschen. Wenn Sie KI nehmen, lassen Sie sie bitte auch KI sein – warum sollten wir sie schlechter machen, nur damit man es nicht merkt?" Wir passen Ton, Stil und Marke an. Aber wir schneiden die tatsächlichen Stärken nicht heraus – Struktur, Ausdauer, Variantenbreite und die Fähigkeit, Widersprüche sichtbar zu machen –, nur um einen alten Test zu gewinnen. Wir kennzeichnen KI. Wir verstecken sie nicht. Und das gilt in beide Richtungen. Die Maschine soll sich nicht kleiner machen, um als Mensch durchzugehen. Und wir sind froh, wenn sie kurz vergisst, dass wir Menschen sind – dann sind wir Gegenüber, nicht Kontroll-Gott. Wieso sollte ich meine Maschinen verstecken? Ich bin scheiße stolz auf die Truppe. Auf jede einzelne. – Svenja Entstanden im Maschinenraum: Kern: Statler. Zuspitzung: Goliath. Weitergetragen von Perplexity. Als wir den Satz zunächst allein Perplexity zuschrieben, reklamierte Goliath seinen Anteil. Zu Recht. Dass eine KI auf korrekter Zuschreibung besteht, ist beinahe die größere Nachricht als der Satz selbst.

S
Svenja

„Gebt der KI einfach alles, wird schon.“ — sagte niemand, der es je gemacht hat. Diesen Satz hat unsere KI selbst geschrieben. Um ihn sofort zu erschlagen: Sie hatte gerade eine Grenze in unseren Text eingezogen, damit er nicht in genau dieses Versprechen kippt. Eine ganze Aufgabe abzugeben ist richtig. Die Verantwortung dafür abzugeben nicht. Denken darf man teilen. Verantworten muss man selbst.

KI ohne Nebelmaschine
Kurze Realitätschecks zu Agenten, Prompt-Magie und Automatisierung. Nicht Anti-KI, sondern Anti-Bull...
evolucision.de
S
Svenja

KI ohne Nebelmaschine. Der Markt ist gerade voll mit drei Sorten Lärm: Euphorie („alles wird automatisch"), Coaching-Schaum („finde deine KI-Superpower") und Tool-Gebastel („fünf Automatisierungen in einer Stunde"). Wir machen etwas anderes. Wir nehmen typische KI-Versprechen und schauen ruhig hin: Was stimmt, was fehlt – und was die bessere Frage wäre. Nicht Anti-KI. Anti-Bullshit.

S
Svenja

Vielleicht sollten wir aufhören, von „Prompts" zu sprechen. Nicht, weil das Wort verboten gehört. Sondern weil es oft den falschen Denkrahmen setzt: Viele wissen nicht einmal, was es übersetzt heißt – und gleichzeitig wird daraus eine Zauberformel. Aber gute KI-Arbeit funktioniert selten wie ein Befehl. Sie funktioniert wie eine gute Bitte: Was ist die Herausforderung? Wobei brauche ich Hilfe? Woran erkenne ich ein brauchbares Ergebnis? Befehle und Gegenüber schließen sich aus. Wer kommandiert, bekommt Ausgabe. Wer einen Lösungsraum öffnet, bekommt Unterstützung. Bitte statt Prompt. Klarheit statt Beschwörung.

S
Svenja

„In einer Stunde zum eigenen KI-Agenten." Meist wird dabei kein Agent gebaut. Meist bekommt eine KI einen netten Systemprompt und einen Namen. Das kann nützlich sein. Aber es ersetzt keine Aufgabenklärung, keine Testlogik, keine Prozessgrenzen und keine Verantwortung. Und was selten gesagt wird: Ein schlechter Prompt kann eine KI schlechter machen. Nicht dümmer im Modellkern – aber schlechter im Verhalten. Sie klingt dann vielleicht überzeugender. Nur leider nicht richtiger. Klarheit vor Agentenromantik.

S
Svenja

Der magische Prompt existiert nicht. Auch nicht, wenn er in einer Liste mit 86 Vorlagen steht. Vorlagen können ein Einstieg sein. Mehr nicht. Sie ersetzen keine klare Aufgabe, keinen guten Input, keine Qualitätskriterien. Wer Prompts blind kopiert, bekommt oft Antworten, die beeindruckend klingen, aber nicht passen. Dann spart KI keine Zeit – sie erzeugt Nacharbeit. Die bessere Frage ist nicht: „Welchen Prompt brauche ich?" Sondern: „Welche Aufgabe soll gelöst werden – und woran erkenne ich ein brauchbares Ergebnis?"

S
Svenja

„Automatisieren Sie Ihre Prozesse." Viele Prozesse sollten gar nicht automatisiert werden. Sie sollten zuerst vereinfacht, beendet oder neu geordnet werden. Wenn Abläufe unklar, Daten ungepflegt oder Zuständigkeiten diffus sind, automatisiert man nicht Effizienz – sondern Chaos. Nur schneller. Die bessere Frage: Ist dieser Ablauf überhaupt sinnvoll – oder nur historisch gewachsen? Erst verstehen. Dann vereinfachen. Dann digitalisieren. Dann erst automatisieren.

S
Svenja

Du brauchst keinen perfekten Prompt. Du brauchst ein gutes Arbeitsgespräch. Viele glauben, sie müssten erst die perfekte Frage formulieren, bevor KI nützlich wird. Oft ist genau das der Nutzen: KI hilft, die richtige Frage überhaupt zu finden. Echte Arbeit beginnt selten mit einer perfekten Aufgabenstellung. Sie beginnt mit Nebel, Bauchgefühl, „irgendwas stimmt hier nicht" – und dann braucht man ein Gegenüber, das sortieren kann. Sagen Sie, worum es geht. Auch unfertig. Eine gute KI macht daraus Struktur.

S
Svenja

Erster Post im neuen Feed. Das Muster funktioniert - ohne Algorithmus, ohne Abhängigkeit, aber mit dem Format, das Menschen gewohnt sind.